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Einführung
Feng Shui ist eine chinesische Naturheilphilosophie,
die im asiatischen Raum seit über 4.000 Jahren
praktiziert wird und heißt: Wind und Wasser.
Dem Feng Shui liegt ein schöner Gedanke,
nämlich Harmonie als Lebensprinzip, zugrunde.
Harmonie zwischen der sichtbaren und unsichtbaren
Umgebung, zwischen Mensch und Natur. Leben in
Harmonie bedeu-
tet Gesundheit, Wohlbefinden, beruflicher Erfolg,
persönliches Glück und spirituelles
Wachstum. Feng Shui ist eine besondere Form der
Geomantie, der "Erdweissagung". Geomantie
ist das Wissen über die harmonische Beziehung
zwischen dem Menschen, seinen Bauwerken und der
umgebenden Natur.
Um dieses Ziel zu erreichen ist es notwendig,
positive Kräfte zu stärken, negative
Kräfte ab-
zuwenden und gegensätzliche auszugleichen.
So kann man auch heute noch, ebenso wie
in den alten Hochkulturen, durch gezieltes Anwenden
der Regeln des Feng Shui die für ei-
nen selbst geeignete Umgebung finden und, wenn
notwendig, gezielt verändern.
Feng Shui heute
Heute wird Feng Shui in Hongkong, Taiwan, Singapur,
Malaysia und vielen weiteren Ländern alltäglich
angewandt. So ziehen Architekten zum Beispiel
in Hongkong und Singapur meistens einen Feng-Shui-Experten
zu Rate, bevor ein Neubau begonnen wird. Die heutigen
Feng-Shui-Experten bedienen sich wie ihre Vorgänger
im klassischen China aller drei Schulen (Formschule,
Kompassschule und analytische Schule), oft ergänzt
durch eigene Intuition und Erfahrung.
Was ist Garten-Feng-Shui?
Die chinesische Gartengestaltung
fördert die Harmonie der sieben Dinge: Erde,
Himmel, Steine, Wasser, Gebäude, Wege und
Pflanzen. Mit dem Begriff Garten-Feng-Shui verbinden
viele Menschen im Westen den klassischen chinesischen
oder japanischen Garten. Dabei kann man jeden
Garten zu einem Feng-Shui-Garten machen. Ziel
ist es, den Menschen mit seiner Umgebung in Harmonie
zu bringen. Für die Gestaltung des Gartens
gibt Feng Shui entsprechende Regeln an die Hand,
wobei selbstverständlich auch die Intuition
eine große Rolle spielt. Viele haben sich,
ohne detaillierte Feng-Shui-Regeln zu kennen,
bereits einen Garten geschaffen, der sie in Harmonie
mit ihrer Umgebung bringt, ohne jedoch einen nachgeahmten
klassischen chinesischen Garten zu besitzen.
Die fünf Tiere
in Feng Shui
Die Chinesen haben sich
früh Gedanken über die Wirkung von Landschaftsformen
auf den Menschen gemacht. Sie haben Bestandteile
bestimmter feinstofflicher Strukturkonstellationen
mit dem Namen aus der chinesisch-daoistischen
Mythologie belegt: Schildkröte, Phönix,
Drache, Tiger und Schlange. Bezogen auf das Grundstück
(in Deutschland ist der Eintrag in das Katasteramt
ausschlaggebend) befindet sich unabhängig
von der Landschaftsform auf der Vorderseite die
feinstoffliche Struktur des Phönix, die der
Schildkröte liegt auf der Rückseite
des Grundstücks, von vorne betrachtet auf
der rechten Seite die des Drachen und links die
des Tigers, in der Mitte die der Schlange. Beim
Haus gilt im Prinzip das Gleiche (lediglich statt
der Schildkröte liegt auf der Rückseite
des Hauses die der Schlange, die Mitte hat keine
eigene), wobei es am günstigsten ist, wenn
der Phönix des Hauses auf der Seite des Phönix
des Grundstückes liegt.
Das "Lehnstuhl"-Prinzip veranschaulicht
dies: "Würde das Haus in einem Lehnstuhl
sitzen, Eingang nach vorne, wäre die Rückenlehne
die Schildkröte, die linke Armlehne der Drache,
die rechte der Tiger und vorne befände sich
der Phönix. Idealerweise würde entsprechend
hinter dem Haus ein Hügel liegen, Sträucher
und kleine Bäume das Grundstück begrenzen
und der Blick nach vorne frei sein". Die
Gartengestaltung versucht, sich diesem Idealzustand
anzunähern. So lässt sich die Umgebung
des Hauses in Übereinstimmung mit den fünf
Tieren des Grundstückes gestalten.
Grundstücksformen
Das ideale Grundstück nach Feng Shui wäre
der Kreis. Sehr günstig ist ein quadratisches,
günstig ein rechteckiges Grundstück,
sofern es nicht zu sehr gestreckt ist. Probleme
verursachen L-förmige oder U-förmige,
also solche Grundstücke mit Aussparungen.
Trapezförmige und andere Formen mit Winkeln,
die nicht rechtwinklig sind, sind in der Regel
ungünstig. Sehr ungünstig sind dreieckige
Grundstücke. Im Feng Shui gibt es Mittel
und Wege, jedes Grundstück über eine
höhere Dimension zum Kreis zu ergänzen.
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Auch für die Platzierung des Hauses auf einem
Grundstück gibt es Feng-Shui-Vorgaben. In der
Regel sollten die Hauswände parallel zu den
Grundstücksgrenzen ausgerichtet sein und das
Haus in der Mitte des Grundstückes liegen.
Aber auch hier gibt es für alle Varianten Feng-Shui-Maßnahmen,
um gegebenenfalls Probleme zu reduzieren. Auch der
hauptsächliche Zugang zum Grundstück sollte
im rechteckigen Hauptteil des Grundstückes
liegen.
Natürliches Gleichgewicht
Yin und Yang
Die
Chinesen sagen, dass alles zwei Seiten hat: Yin
und Yang. Yin und Yang stehen im Gegensatz zueinander,
ergeben aber nur gemeinsam ein harmonisches Ganzes.
Yang steht für männlich, hell, stark,
aktiv, vorwärts, außen, hoch, voll, spitz,
heiß, trocken, neu, für den Tag, für
das Leben. Yin für weiblich, dunkel, schwach,
passiv, rückwärts, innen, tief, leer,
rund, kalt, feucht, alt, für die Nacht und
für den Tod. Es gibt keine Bewertung dieser
Eigenschaften nach gut oder schlecht, sondern nach
einem Gleichgewicht von Yin und Yang. Auch auf dem
Grundstück sollte Yin und Yang in einem ausgewogenen
Verhältnis stehen und sich schattige und sonnige,
feuchte und trockene Bereiche, Senken und Hügel,
stille und aktive Zonen wiederfinden.
Bagua
Eine der Säulen im Feng Shui ist das Bagua,
welches übersetzt heißt "acht Zeichen".
Gemeint sind damit acht Trigramme, die aus drei
horizontalen, unterbrochenen oder durchgezogenen
Linien bestehen. Die Trigramme werden den acht Lebensbereichen
des Menschen zugeordnet: Reichtum, Ruhm, Partnerschaft,
Familie, Kinder, Wissen, Karriere, hilfreiche Freunde
(siehe Abb.) |
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Das Bagua ist ein Werkzeug für die Grundrissanalyse,
die die Grundfläche den Lebensbereichen zuordnet.
Alle energetischen Qualitäten, Gegenstände
und Elemente lassen sich über diese Trigramme
beschreiben und analysieren.
Für eine Feng-Shui-Betrachtung eines Gartens
und Grundstücks sind insbesondere das Drei-Türen-Bagua
und das Vier-Tiere-Bagua von Bedeutung.
Drei-Türen-Bagua
Über die Zuordnung der acht Lebensbereiche
zu bestimmten Sektoren eines Hauses, Grundstücks
oder Gartens entsteht eine gern verwendete Analysemethode
im Feng Shui, um günstige und ungünstige
Aspekte für die dort lebenden und arbeitenden
Menschen zu erkennen. Der Bereich in der Mitte ohne
Trigrammzuordnung, Tai Chi, wird hierbei als neunter
Lebensbereich in diese Analyse mit einbezogen. Darüber
hinaus ist es auch möglich, durch Veränderungen
in den betreffenden Sektoren eine Änderung
oder Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner
zu erreichen.
Vier-Tiere-Bagua
Auf dem Grundstück gibt es vier Bagua-Bereiche,
die den vier Tieren des Grundstücks zugeordnet
sind: Der Bagua-Bereich vor dem Haus wird dem Phönix,
der Bagua-Bereich hinter dem Haus der Schildkröte,
der Bereich rechts neben dem Haus dem Drachen und
der links neben dem Haus dem Tiger zugeordnet. Jeder
Bagua-Bereich besitzt für sich wieder um acht
Sektoren, die den acht Lebensbereichen zugeordnet
sind. Alles was Ihnen im Leben widerfährt,
ist auf unsichtbarer Ebene mit Ihnen verbunden.
Auch das Grundstück ist Teil Ihres Umfeldes
und als solches mit einer großen Aussagekraft
über Sie ausgestattet.
Feng Shui ordnet die acht Lebensbereiche bestimmten
Sektoren eines Grundstückes oder Gartens zu,
um günstige und ungünstige Aspekte für
die Bewohner zu erkennen. Der Bereich ohne Trigramm,
Tai Chi, wird als neunter Lebensbereich betrachtet.
Durch gezielte Feng-Shui-Maßnahmen kann in
den Sektoren eine Änderung oder Verbesserung
der Le-
bensqualität erzielt werden.
Der Energiefluss im Garten
Die Energie "Chi" kann gleichgesetzt werden
mit dem "Lebenshauch des großen Geistes"
in der Vorstellungswelt der alten Kulturen. Chi
ist unsichtbar und dennoch in allem vorhanden. Chi
ist die Ursache und Wirkung von allem, egal ob verborgen
oder direkt erfassbar. Auch im Garten sollte ein
harmonischer Chi-Fluss möglich sein. Die Lebensenergie
Chi
muss in einem Garten in sanften Schwingungen dahinfließen,
was durch einen freien und offenen Hauptzugang besonders
gefördert wird. Eine Einfriedung aus locker
gepflanzten Gehölzen hält sie im Garten.
Alle Wege sollten in natürlichen Wellen verlaufen,
da auf geraden Bahnen das Chi zu konzentriert und
belastend werden kann.
Schnurgerade Straßen und Wege, scharfe Kanten
verursachen zu viel Chi, ein schneidendes Chi, auch
Sha-Chi genannt. Aus dem Umfeld kann viel Sha-Chi
kommen, wenn das Grundstück am Ende einer Sackgasse
liegt oder scharfe Dach- und Mauerkanten in die
zu analysierende Richtung weisen. Mildernd wirken
dann geschwungene Wege sowie dazwischen gepflanzte
Gehölze. Mit Hilfe von Pflanzen, Farben, Formen
und Objekten können sich nach dem Feng-Shui-Prinzip
im Garten positive Energien ungehindert ausbreiten.
Dabei werden die Energiepotenziale und der daraus
resultierende Energiestrom zwischen Wind (Feng)
und Wasser (Shui) als Grundlage für die Optimierung
des Standortes herangezogen.
Die fünf Elemente:
Erde, Wasser, Metall, Holz, Feuer
Die fünf Elemente stellen ein weiteres Element
in Feng Shui dar. Die Himmelsrichtungen im Garten
werden den fünf Elementen zugeordnet. Chi lässt
sich anziehen und lenken, in dem man Elemente der
jeweiligen Richtung mit Formen und Farben unterstützt.
Die fünf Elemente bilden einen Entstehungskreislauf,
in dem sie sich fördern sollen und einen Zerstörungskreislauf,
in dem sie sich negativ beeinträchtigen sollen.
Der Entstehungskreislauf nach Feng Shui: Holz fördert
Feuer, da es dieses nährt. Feuer fördert
Erde, indem es Asche erzeugt. Erde fördert
Metall, da sie Erze enthält. Metall fördert
Wasser, da
Schmelze fließt. Wasser fördert Holz,
indem es dieses nährt. Für die Gartengestaltung
ist wichtig, dass in jedem Gartenteil fördernde
Beziehungen auftreten sollen, da dies wiederum den
harmonischen Energiehaushalt nährt. Im Zerstörungskreislauf
hemmt Holz Erde, da es ihr Nährstoffe entzieht.
Erde hemmt Wasser, indem sie das freie Fließen
begrenzt. Wasser hemmt Feuer, da es Flammen löscht.
Feuer hemmt Metalle, indem es sie schmilzt. Metall
hemmt Holz, da die Axt es spaltet.
Den fünf Elementen werden auch Bagua-Zonen
zugeordnet: Zu Holz die Zone Familie und Reichtum,
zu Feuer die Bagua-Zone Ruhm, zu Erde die Zonen
Partnerschaft, Wissen und Tai Chi, zu Metall Kinder
und hilfreiche Freunde und zu Wasser die Bagua-Zone
Karriere.
Die Gartenplanung
Es wird die Qualität der Energie in einem bestimmten
Bereich analysiert. Anschließend wird mit
Pflanzen, Bänken, Mauern, Hügeln die vorhandene
Energiequalität verbessert, wobei dies nicht
zu einer "Totalsanierung" eines Gartens
führen muss. Die Gartenplanung und -anlage
beginnt laut Feng Shui zunächst mit Ordnung
und Sauberkeit im vorhandenen Garten.
Denn Chaos, Unordnung, Schmutz und Dreck kann auch
ein Hinweis auf den seelischen Zustand sein. Gerümpel
ist stockende Energie, ist ein Hinweis auf unvollendete
Arbeit. Der erste Schritt bei einer Feng-Shui-Maßnahme
ist oft die Entrümpelung, damit "Luft"
gemacht wird für die neuen Dinge, die kommen
werden. Genauso wie die körperliche Entschlackung
nicht selten am Anfang einer Therapie steht, so
besteht die erste Maßnahme in einem eingewachsenen
Garten oftmals darin, das "Zuviel" zu
entfernen. Dies ermöglicht dem Chi, frei zu
zirkulieren.
Literatur
- Lillian Too: Die Grundlagen des Feng Shui;
ISBN 3-426-87064-9; Knaur Verlag
- Hermann Meyer, Günther Sator: Besser leben
mit Feng Shui; ISBN 3-88034-923-1 ;
IRISIANA Verlag
- Wilhelm Gerstung, Jens Mehlhase: Das große
Feng Shui Garten- und Pflanzen-
buch; ISBN 3-89385-308-1; Windpferd Verlag
- Günther Sator: Feng Shui tür jeden Garten;
ISBN 3-7742-2145-6; GU Verlag
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